+++ Pressestatement von DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster zu den geplanten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bei den Spritpreisen +++
Berlin, 19. September 2026. Zu den geplanten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bei den Spritpreisen äußert sich Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik:
„Die Bundesregierung sucht Lösungen für ein Problem, das sie zum Teil selbst verantwortet. Über Jahre wurde der staatliche Abgabenanteil auf Kraftstoffe erhöht – teils aus Umwelterwägungen, aber stets mit der Absicht, Einnahmen für den Bundeshaushalt verlässlich zu sichern. Speditionen entrichten den CO2-Preis sogar doppelt: gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) mit jedem in Deutschland getankten Liter Diesel und über die Lkw-Maut mit jedem gefahrenen Kilometer.
Staatliche Eingriffe in Märkte wie Preisdeckel sind stets kritisch zu bewerten, denn sie bergen die Gefahr einer Angebotsverknappung. In Deutschland sind Energiekosten strukturell zu hoch. Deshalb wäre es zielgerichteter, die hohen Steuern und Abgaben langfristig – und damit für die Wirtschaft planbar – zu senken. Anstatt das BEHG zumindest bis zum Inkrafttreten des europäischen Emissionshandels auszusetzen und die Energiesteuer dauerhaft auf das europäische Mindestniveau abzusenken, setzt die Bundesregierung unmittelbar vor zwei Landtagswahlen erneut auf Kurzfristlösungen, die für die Logistikbranche keine spürbaren Effekte bringen.
Zu hohe Abgaben auf Energieträger sind längst eine handfeste Wachstumsbremse für die Wirtschaft. Die stark gestiegenen Dieselpreise haben sich zu einem der größten Kostenblöcke im Transportsektor entwickelt. Um die Wirtschaftlichkeit der Speditions- und Logistikunternehmen nicht zu gefährden, müssen die Kosten über höhere Frachtraten unmittelbar an Industrie und Handel weitergereicht werden. Vertraglich haben die Speditionshäuser dies überwiegend über Preisgleitklauseln – sogenannte Dieselfloater – abgesichert. Dennoch bleibt bei extremen Preissprüngen ein generelles Vorfinanzierungs- und Liquiditätsrisiko für Transportdienstleister.“