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Gemeinsam für die Wasserstraße der Zukunft - Verbändedialog mit MdB Sassenrath

Gemeinsame Pressemitteilung

Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen  (BÖB)
Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen  (VBW)
DSLV Bundesverband Spedition und Logistik  (DSLV)
Verband Verkehrswirtschaft und Logistik  (VVWL)

Gemeinsam für die Wasserstraße der Zukunft: Neusser Dialog zwischen dem Bundestagesabgeordneten Carl-Philipp Sassenrath und maßgeblichen Wirtschaftsverbänden setzt starke Impulse für Schifffahrt und Häfen

Neuss, 16. Juli 2026:  Die Zukunft der Binnenschifffahrt und die Stärkung der Hafenlogistik standen heute im Mittelpunkt eines hochkarätig besetzten Arbeitsfrühstücks in der Neusser Pegelbar. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten und CDU-Berichterstatters für Binnenschifffahrt und Binnenhäfen, Carl-Philipp Sassenrath, kamen Mitglieder des gemeinsamen Ausschusses „Wirtschaft und Logistik“ von BÖB und VBW, des DSLV-Fachausschusses Binnenhafenlogistik sowie der VVWL-Fachgruppe HafenLogistik zu einem intensiven Austausch zusammen. Die beteiligten Verbände engagieren sich gemeinschaftlich auch in der Initiative System Wasserstraße (ISW), einem Bündnis aus 22 Wirtschaftsverbänden, dass die infrastrukturbezogenen Interessen von Häfen, Logistik, Bauwirtschaft, Planern und Industrie in Berlin bündelt und vertritt.

Das klare Fazit der Teilnehmer: Bei der Modernisierung der Wasserstraßen geht es endlich spürbar voran – doch das volle Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Infrastruktur im Fokus: Infrastrukturzukunftsgesetz und Sondervermögen als Meilensteine

In den Statements zur aktuellen Lage von Schifffahrt, Häfen und Logistik wurde deutlich, dass das gemeinsame Agieren von Politik und Verbänden in den letzten Monaten Wirkung zeigt. Dass die Wasserstraße nun fest im Infrastrukturzukunftsgesetz (InfZuG) und im Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) verankert ist, wird von der Branche als entscheidender Durchbruch gewertet.

„Logistikunternehmen und Häfen sind zentrale Akteure und Drehscheiben der Multimodalität. Dass es jetzt gelungen ist, die Wasserstraße im Infrastrukturzukunftsgesetz und im Sondervermögen zu verankern, ist ein wichtiger Schritt. Die Bedeutung dieses umweltfreundlichen Verkehrsträgers wird in Berlin verstanden. 

Und gerade in Neuss wissen wir: Hier die Schönheit, da die Stärke. Das wird derzeit durch das direkte Nebeneinander von Landesgartenschau und Hafen perfekt symbolisiert. Damit rückt auch der Hafen und alles, wofür er steht, wieder stärker in das Bewusstsein: Industrielle Stärke, Arbeitsplätze, Verbindungen in die ganze Welt.

Damit das so bleibt, genießt die Sanierung der Infrastruktur im Bund höchste Priorität. Den bisherigen wichtigen Entscheidungen müssen weitere folgen. Technologische Fortschritte, Bürokratieabbau und eine verlässliche Finanzierung über einen längeren Zeitraum bleiben dringende Aufgaben. Das sind die Bedingungen dafür, dass sich das System Schiff-Wasserstraße-Häfen neue Zukunftsmärkte erschließen kann. Ich danke den beteiligten Verbänden für den Einsatz und der Initiative System Wasserstraße für die gemeinsame Arbeit im Sinne eines starkes Verkehrsträgers Wasserstraße“, so Carl-Philipp Sassenrath.

Studie belegt enorme volkswirtschaftliche Bedeutung der Bundeswasserstraßen

Ein zentraler Programmpunkt war die Kurzvorstellung der aktuellen Studie „Volkswirtschaftliche Bedeutung der Binnenschifffahrt“, die der VBW beim renommierten Beratungsunternehmen DIW-ECON beauftragt hatte. Die Studie untersucht die regionalwirtschaftlichen Effekte in den Wasserstraßenrevieren mit dem höchsten Bestand an Infrastrukturen im kritischen Zustand. Allein entlang dieser fünf Regionen, dem westdeutschen Kanalgebiet, dem Elbe-Seiten-Kanal, Mosel und Saar, dem Neckar und dem Main-Donau-Korridor, hängen 360.000 Arbeitsplätze in verarbeitenden Gewerben, der Industrie und im Handel vom Funktionieren der Schleusen ab. Zusammen mit dem Rheinkorridor potenziert sich diese beschäftigungssichernde Wirkung deutlich.

Gleichzeitig wurde in den Impulsen von MdB Sassenrath und Thomas Rosenstein (Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt) deutlich, wo die Hebel für die Zukunft angesetzt werden müssen: Beim beschleunigten Ausbau der Infrastruktur, der Sanierung von Schleusen und der Digitalisierung der Verwaltungsprozesse. Die Sicherung von Fachkräften in der ausführenden Bauverwaltung wurde als essenzielles gemeinsames Ziel formuliert.

„Die sich abzeichnende Niedrigwasserlage belegt, wie wichtig die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten und deren auskömmliche Finanzierung ist. Durch den Beschluss des Infrastrukturzukunftsgesetzes steht nun auch die Abladeoptimierung am Mittelrhein im überragenden öffentlichen Interesse. Diese wichtige Anpassung des Rheins wird auch für mehr Klimaresilienz sorgen. Die Aufnahme der Bundeswasserstraßen in das Sondervermögen ist ein gutes Signal, aber nur der Anfang.  Ziel muss es sein, eine bedarfsdeckende Finanzierung von mindestens 2,5 Mrd. jährlich zu erreichen und unsere Ambitionen in die Klimaanpassung von Wasserstraßen und Häfen noch zu verstärken. Ko-Modale Logistikangebote sind ein weiterer existenzieller Baustein für klimaresiliente Versorgungsketten. Unsere Forderung an die Politik ist daher, die sehr gut funktionierenden und überzeichneten Förderinstrumente für nichtbundeseigene Bahnen (SGFFG) und den Kombinierten Verkehr (KV) nicht abzuschmelzen“, erklärten DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster und BÖB-Geschäftsführer Marcel Lohbeck.

Die beteiligten Verbände zogen eine durchweg positive Bilanz des Treffens. Alle Akteure vereinbarten, den engen Schulterschluss beizubehalten und entschlossen gemeinsam daran weiterzuarbeiten, das enorme Potenzial der Binnenschifffahrt zu heben.

Foto: © Christoph Söldner