Wir ebnen Wege.

Jahresauftakt: Logistik- und Industrieperspektiven 2022 Plus – wie kommen wir aus der Krise?

Auch in 2022 musste der traditionelle Jahresauftakt der Logistikbranche in NRW in einem (fast) rein digitalen Format durchgeführt werden, lediglich die Referenten waren am 21. Januar mit Abstand „vor Ort“ beim diesjährigen Gastgeber, der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Dennoch waren der Einladung des von Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW und dem Log-IT Club getragenen Kompetenznetz Logistik.NRW über 80 Teilnehmende gefolgt.

Frank Oelschläger, Präsident des Log-IT-Club und Geschäftsführender Gesellschafter GILOG Ges. für innovative Logistik mbH freute sich in seiner Eröffnungsrede, dass das Kompetenznetz Logistik.NRW auch im Corona-Jahr 2021 trotz Omikron sehr aktiv und präsent ist, denn insbesondere hinsichtlich der Themen Ansiedlungsflächen, Infrastruktur, Fachkräfte und natürlich auch einer besseren Digitalisierung gebe es genug zu tun. Hinsichtlich der pandemischen Lage forderte er u.a. verkürzte Absonderungsregeln für das Logistikpersonal, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Darüber hinaus appellierte er an die Politik, wettbewerbsverzerrende Mehrfachbelastungen der in Deutschland ansässigen Logistik zu vermeiden.

Als Gastgeberin des diesjährigen Jahresauftaktes richtete Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer zu Köln ein Grußwort an die Unternehmerinnen und Unternehmer. Die IHK Köln sei seit mehr als einem Jahr Mitglied im Kompetenznetz, um die Wichtigkeit der Branche zu betonen. „Auch Logistik ist nachhaltig möglich. Das zeigen viele erfolgreiche Unternehmen aus der Branche schon heute. Unsere Kölner Region ist eines der wichtigsten Drehkreuze in Europa. Ohne Logistik kein Warenverkehr – und ohne Warenverkehr keine Wirtschaft. Daher ist es extrem wichtig, dass die Branche in Zukunft handlungsfähig bleibt. Das geht am besten, wenn Unternehmen sich vernetzen und die Zukunftsthemen wie den ‚Green Deal‘ gemeinsam angehen“, betonte Dr. Nicole Grünewald. Darüber hinaus sei es wichtig, alle Generationen für Logistik zu begeistern, auch dazu leiste der Ideenwettbewerb „LogistiKids“ einen wichtigen Beitrag.

Auch NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hob die große Bedeutung der Logistik für die Gesamtwirtschaft hervor. Insgesamt entwickele sich NRW besser als der Bundesdurchschnitt und käme vergleichsweise gut aus einer schwierigen Zeit, das gelte auch für die Logistik. Teilbranchen hätten sich durch den boomenden e-Commerce sogar positiv entwickeln können. Sein besonderer Dank galt den Logistikunternehmen, die den Flutopfern schnell und unbürokratisch geholfen hätten. Um auch der Logistik im Wettbewerb beizustehen und die Verkehrsträger besser zu vernetzen, hat die Landesregierung die Digitalstrategie 2.0 mit 78 Einzelprogrammen zur Unterstützung beim Digitalen Wandel geschaffen. Ebenso fördert die Landesregierung die Forschung und Entwicklung des „Internets der Werte“, bei welchem mittels Blockchain-Technologie beispielsweise auch digitale Frachtbriefe und Lagerscheine ermöglicht werden. Auch beim Klimaschutz stehe das Land den Logistikern zur Seite, um ein treibhausgasneutrales NRW bis 2045 zu erreichen. Trotz des Ausbaus alternativer Energieinfrastrukturen müssten Energiepreise wirtschaftsverträglich bleiben. Minister Andreas Pinkwart lobte dabei die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Logistik.NRW. Auch der Minister zeigte sich von den Ideen der LogistiKids begeistert. Die Sieger unseres Ideenwettbewerbes für Kinder im Vor- und Grundschulalter „LogistiKids“ wurden im Rahmen des Jahresauftaktes im Anschluss an die Rede von Minister Pinkwart prämiert.

Anschließend stellte Peter Abelmann, Manager Kompetenznetz Logistik.NRW, den aktuellen NRW.Logistikindex mit Prognosen und Trends für die Transport- und Logistikmärkte 2022 vor. Nach dem deutlichen Corona-Knick im März 2020 und einer Seitwärtsbewegung ab Mitte 2021 ist das Geschäftsklima seit Jahresbeginn wieder positiv, allerdings bleibt festzuhalten, dass dieses nur eine punktuelle Aufnahme einer Abfrage (Mitte Dezember) bis Mitte Januar darstellt. Mit u.a. der CO2-Bepreisung und höheren Personalkosten steigen die Kosten, die Preise halten wie immer nicht ganz mit. Während die Logistik eine Wachstumsbranche im Personalbereich bleibt, sehen mittlerweile alle Befragten den Fahrermangel als das größte Problem beim Personalmanagement an. Insgesamt, so fasst Abelmann zusammen, zeichnen die vorliegenden Daten ein positives Bild der Logistikbranche.

In ihrem Impulsvortrag zum Thema „Green Deal und die Logistik“ verdeutlichte Sabine Isenbort, Supervisor Business Office Material Logistics/ Sustabinability Ford of Europe, dass es Ford als Global Player mit 78 Produktionsstandorten wichtig sei verantwortlich und nachhaltig zu handeln. Der Bedarf nach innovativen Marken sei vorhanden, die Entwicklung der E-Autos weit fortgeschritten. Die Erreichung der Ziele des Green Deal sei insbesondere für die Logistik eine große Herausforderung, dazu brauche die Wirtschaft Sicherheit und verlässliche Eckpunkte, so müsse die Versorgungslogistik zuverlässig abgewickelt werden und die Politik müsse Klarheit schaffen, z.B. welche Antriebsarten (Elektrik, Wasserstoff etc.) verfügbar sein werden – auch bezüglich Fördermöglichkeiten.

Anschließend moderierte Dr. Christoph Kösters, Manager Kompetenznetz Logistik.NRW und Hauptgeschäftsführer Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL) den TRIALOG: „Wie kann und wird der Green Deal die Logistik verändern?“. Neben Sabine Isenbort erörterten Jochen E. Köppen, Geschäftsführer Köppen GmbH und Frank Oelschläger die grünen Möglichkeiten der Logistik.

Frank Oelschläger machte deutlich, dass die Logistik in den Coronazeiten trotz Kostensteigerungen im Transport-/Personalbereich, Lieferengpässe etc. den Mut nicht verloren habe. Die Logistikketten bräuchten jedoch noch Zeit zur Erholung, da die Komplexität in globalen Lieferketten sehr hoch sei. Hinsichtlich des Green Deals betonte er, dass die Vorgaben der EU zu Reduzierung von Schadstoffen und Klimapolitik nachvollziehbar seien, diese müssten aber fair und transparent für alle EU-Mitglieder umgesetzt werden. Dabei gab er zu bedenken, dass es „Null-Emmissionslogistik nicht zum Null-Tarif geben“ werde. Für Transformation sei die Verfügbarkeit nachhaltiger Technologien und der Infrastruktur entscheidend.

Jochen Köppen stimmte dem bei und betonte die Wichtigkeit, die richtigen Antriebsarten zu lokalisieren. Entscheidend sei jetzt der flächendeckende Aufbau der Infrastruktur von Ladestationen für Lkw sei es direkt mit Strom oder über H2 und Brennstoffzellen. Dabei sei die Zurverfügungstellung der umweltgerechten Energie aufgrund des großen künftigen Bedarfes nicht trivial, und die Lieferung und Lagerung von Wasserstoff sei eine Herausforderung. Unter der derzeitigen Gesetzgebung wäre zudem ein Einsatz von H2-LKW im Gefahrstoffbereich schwierig, d.h., teilweise müsse die Gesetzgebung auch der neuen Technologie folgen. Am Ende des Tages blieben Effizienz und Wirtschaftlichkeit die entscheidenden Faktoren für Wirtschaftsunternehmen. Generell schaue er positiv in die nahe Zukunft, allerdings werde es weiterhin Probleme mit den Lieferketten im Asien-EU-Verkehr geben; darüber hinaus sei die Chemie-Logistik in der EU relativ stabil

Sabine Isenbort bestätigte, dass die globalen Lieferketten noch sehr angespannt seien: Equipment, Material, Teilprodukte oder gesamte Ladungen seien teilweise in der Lieferung verzögert. Als Folge müssten einige Engpässe gemeinsam mit den Dienstleistern von Ford gemanagt werden. Darüber hinaus merkte Sie an, dass es wichtig sei, die Belastungen für die Mitarbeiter in den vergangenen Coronazeiten zu honorieren und künftig darauf zu achten, dass diese wieder „normaler“ arbeiten könnten.

Dr. Christoph Kösters dankte den Diskutanten herzlich für ihre Beiträge und fasste als eines von vielen Ergebnissen der Veranstaltung zusammen, dass die Lieferkettenprobleme sich 2022 nicht komplett erholen werden, die Logistikbranche dennoch zuversichtlich in die Zukunft sehen würde.

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