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Jahresauftakt der NRW-Logistik

Kompetenznetz Logistik.NRW lud zum traditionellen Jahresauftakt

Münster, 1. Februar 2019: „NRW: Logistik- und Industrieperspektiven 2019 Plus“ – das war das Leitthema des traditionellen Jahresauftaktes vom Kompetenznetz Logistik.NRW (Nachfolger des Logistikcluster NRW) und Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e. V. (VVWL) am vergangenen Freitag (1. Februar 2019).

Matthias Löhr, Vorsitzender des Lenkungskreises Kompetenznetz Logistik.NRW sowie Generalbevollmächtigter Gesellschafter LB GmbH begrüßte auch in diesem Jahr zum elften Mal in Folge Entscheider aus allen Bereichen entlang der Lieferkette zur Jahresauftaktveranstaltung der Logistik in NRW. „Die Logistik wurde 2018 zum wiederholten Male ihrer Rolle als Jobmotor vollends gerecht, dabei ist aber eine gewisse Beruhigung der Hochkonjunktur ab September festzustellen“, fasste Matthias Löhr bei seiner Begrüßung zusammen. Hinzu kämen deutliche Kostensteigerungen, wie beispielsweise Maut und Personalkosten sowie Effizienzverluste durch Engpässe, die Infrastruktursituation und Nachfragespitzen in der Logistik. Logistik und Wirtschaft würden sich 2019 weiterhin in einem volatilen politischen Umfeld – nicht zuletzt geprägt durch Handelskonflikte, Brexit und volatile Treibstoffpreise – und bei derzeit nachlassendem Außenhandel, aber recht guter Binnenkonjunktur bewegen. Im November 2018 hat das Kompetenznetz Logistik.NRW die von seinem Netzwerk LogistikImmobilien und -Flächen ausgearbeitete „Essener Erklärung“ zur derzeit angespannten Flächensituation für Logistik-Neubauprojekte und zur allgemeinen Flächenproblematik in NRW veröffentlicht. Die Empfehlungen dort könne er der Landesregierung sehr zur Lektüre empfehlen, so Matthias Löhr.

Partner der Veranstaltung und Gastgeber war in diesem Jahr die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen zu Münster. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Logistikregion Münsterland als „das Tor zum Ruhrgebiet, die Brücke in die Niederlande als auch das Hinterland der norddeutschen Seehäfen“ hervor, das seine besonderen industriellen Stärken in den Branchen Ernährungswirtschaft, Maschinenbau, Fahrzeugbau und Neue Werkstoffe habe. Die Logistik sah er neben der Digitalisierung insbesondere herausgefordert durch die marode Infrastruktur und in Folge mit zahlreichen Baustellen sowie durch den Fachkräftemangel.

Für das Land NRW referierte Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innnovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, zum Thema „Wirtschaft und Logistik in NRW – Wandel durch Digitalisierung“. Zudem überreichte der Staatssekretär die Preise des Ideenwettbewerbs „LogistiKids“ für Kindergärten und Grundschulen. In seinem Impulsvortrag unterstrich er die Bedeutung der Logistik, die ein Drittel des gesamtdeutschen Umsatzes in NRW generiere: „Wenn wir nicht die logistischen Prozesse organisieren, kommen Güter schlichtweg nicht zum Kunden – deswegen unterstützen wir das Kompetenznetz Logistik.NRW“. Allerdings habe die gute dynamische Entwicklung, die seit dem Ende der Wirtschaftskrise 2008/09 anhielt, im zweiten Halbjahr 2018 an Schwung verloren. Schuld daran seien nicht zuletzt die Unberechenbarkeit amerikanischer Außen- und Handelspolitik sowie die Angst vor einem ungeregelten Brexit, bei dessen Bewältigung seit über einem Jahr keine neuen Lösungen erkennbar wären. Mit Bezug auf das Entfesselungspaket der Landesregierung versprach er, weiter an einem Abbau überflüssiger bürokratischer Prozesse zu arbeiten und insbesondere beim Landesentwicklungsplan zwar nachhaltig bleiben aber eine Entwicklungsmöglichkeit und mehr Flexibilität bei der Flächenentwicklung für Wirtschaft und Gebietskörperschaften eröffnen zu wollen. So soll es mehr „Rechte“ für die Teilregionen bei der Wohn- und Gewerbeflächenentwicklung geben. Im Hinblick auf die Infrastruktur bekannte er sich klar zu Modernisierung und Ausbau aller Verkehrsträger, schließlich seien Treiber des Strukturwandels Innovation und Infrastruktur. Vor dem Hintergrund der jüngsten Studie von VVWL und Herzig-Marketing, wonach Digitalisierung eher ein Thema für größere Unternehmen sei, mahnte er: „Ich appelliere an Sie alle, sich mit Digitalisierung auseinander zu setzen, es führt kein Weg daran vorbei“.

Peter Abelmann, Manager des Kompetenznetzes Logistik.NRW und Prokurist der SCI Verkehr GmbH, stellte die Ergebnisse des SCI-Logistik-Barometers NRW mit den Einschätzungen zu Entwicklungen und Trends in Transport und Logistik im Jahr 2019 vor. Demnach sei die Klimakurve auch 2018 noch leicht im positiven Bereich gewesen, habe sich im Vergleich zur Prognose 2018 jedoch verschlechtert. Auch bei der Beschäftigungsentwicklung glaubten nur noch 56 % an eine positive Entwicklung, dieser Abwärtstrend könne jedoch dem allgemeinen Fachkräftemangel geschuldet sein, wobei der Bedarf an Fahrern ungebrochen hoch sei, allerdings mittlerweile vom Bedarf an Lagermitarbeitern eingeholt wurde.

Den Hauptvortrag hielt Michael Gerling, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstitutes EHI aus Köln, dem führenden Think-Tank des Handels in NRW. Sein Thema: „Handelsstandort NRW – Perspektiven und Herausforderungen in Zeiten der Digitalisierung“. Der Handel stünde bundesweit vor gleichartigen Herausforderungen. So müsse der stationäre Einzelhandel deutlich auf das online-Angebot reagieren und die Attraktivität ihrer Verkaufsräume stärken, Produkte eigener Herstellung anbieten sowie gastronomische Angebote und Events einführen. Auch wenn Michael Gerling unbemannte Stores nach dort schon weit verbreitetem asiatischen Vorbild in naher Zukunft in Deutschland für wenig wahrscheinlich hält, könnte der nächste Schritt am heimischen Markt sein, dass Kunden ihre Waren mit dem eigenen Smartphone einscannen, mit dem Einkaufswagen ohne Kassiervorgang den Markt verlassen und dabei automatisch per App bezahlen. Auch ein verstärkter Einsatz von Robotik, beispielsweise bei RFID-gestützter Inventur, oder auch Augmented Reality, bei der Kunden per Smartphone weiterführende Informationen zu Produkten erhalten, sei bereits Wirklichkeit geworden oder stünde kurz davor. Auch wenn momentan 80 % der Befragten angeben würden, auch in Zukunft in Geschäften einkaufen zu wollen, müsse sich der Handel darauf einstellen, auch digitale Plattformen bedienen zu müssen. Michael Gerling verwies in diesem Zusammenhang auf den strategischen Ansatz „Omnichannel“.

In der anschließenden Podiumsdiskussion zwischen Michael Gerling, Peter Abelmann und Dr. Christoph Kösters, Manager des Kompetenznetzes Logistik.NRW und Hauptgeschäftsführer des VVWL NRW wurde insbesondere das Thema Fachkräftemangel behandelt. Dieser hätte zu einer Wandlung des Arbeitsmarktes geführt, erläuterte Abelmann. So würden viele Logistiker nicht mehr frei aus einer großen Zahl von Initiativbewerbern auswählen können sondern müssten darstellen, was sie zu bieten hätten. Michael Gerling berichtete, dass die Situation im Einzelhandel ähnlich sei und verdeutlichte dies mit einem Beispiel aus dem Siegerland, wo erst kürzlich eine Fleischereifachverkäuferin mit einem Monatslohn von 3.800 € abgeworben werden sollte. Aus dem Auditorium forderte Helmut Schmitz, geschäftsführender Gesellschafter der HUSCH - Transporte GmbH sowie Vorstandsmitglied des VVWL ein Umdenken an der Rampe. So sei der Fahrermangel nicht zuletzt darauf zurück zu führen, dass Fahrer bei der Be- und Entladung keine akzeptable Behandlung erführen. Michael Gerling bestätigte, dass dies Problem unter seinen Mitgliedern diskutiert würde: „Hier müssen wir reden und gemeinsam arbeiten“. Dr. Christoph Kösters verwies auf das Netzwerk Handelslogistik im Kompetenznetz Logistik.NRW, was eine gute Plattform für zielorientierte Arbeit sei, da sich dort alle an der Logistikkette Beteiligten einbrächten. Peter Abelmann berichtete aus dem Netzwerk Chemielogistik, in welchem ein Mitglied von seinem Kunden eine umfangreiche Abfrage erhielt, wie er sich auf den Brexit vorbereite. Auch dieses unternehmerisch breit aufgestellte Netzwerk sah bei einem ungeregelten Brexit keine oder nur unzureichende Möglichkeiten der Vorbereitung. Aus dem Auditorium glaubte – auf Bitten um Handzeichen von Dr. Christoph Kösters – nur eine Minderheit an einen ungeregelten Brexit oder einen Deal in letzter Minute, die Mehrheit ging von einer Verschiebung des Austrittsdatums aus.

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