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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst beim „Nikolaustreffen“ des VVWL

Jedes Jahr kommt der Nikolaus zu den kleinen und großen Kindern. In die gleiche Zeit fällt seit vielen Jahren das traditionelle „Nikolaustreffen“ der Landesverbände Spedition + Logistik sowie Möbelspedition und Logistik im Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL). Den Organisatoren ist es in diesem Jahr gelungen, den frischgebackenen nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Hendrik Wüst als Redner für den Gastvortrag zu gewinnen. Knapp 200 Spediteure, Logistiker und Umzugsunternehmer waren am 8. Dezember 2017 der Einladung in die Stadthalle Werl gefolgt und bekamen vom Minister einen Vortrag über die Zukunft der Mobilität unter Berücksichtigung der Chancen und Herausforderungen für NRW geboten.

Der Minister will das Bündnis für Infrastruktur als Bündnis für Mobilität weiterführen. Die derzeitige Situation der Infrastruktur ist dramatisch, da in der Vergangenheit zu wenig in den Erhalt investiert wurde. Mehr als 200 der sogenannten „Top-Prio-Brücken“ müssen dringend ersetzt werden. Besonders der Planungs- und Genehmigungsrücklauf muss jetzt abgearbeitet werden. Wüst kündigte weiter an, bei Straßen.NRW 60 neue Stellen für die Planung von Straßeninfrastruktur zu schaffen: „Ich kann die Beschleunigung nur hinbekommen, wenn ich dafür mehr Leute beschäftige.“

Der Landesverkehrsminister beschrieb ebenfalls die Schwierigkeiten des Baustellenmanagements: „Wir müssen verstärkt hinbekommen, nachts und an den Wochenenden auf den Baustellen zu arbeiten!“ Die Bedeutung der Logistik muss nach Ansicht von Wüst stärker in den Vordergrund gestellt werden. Er versprach, eng mit der Logistikwirtschaft zusammenarbeiten zu wollen. Angesichts der Diskussion um Diesel-Fahrverbote in Innenstädten aufgrund zu hoher Schadstoffbelastung sagte Wüst zu, alles tun zu wollen, um diese in Nordrhein-Westfalen zu vermeiden. Er berichtete von einem Plan des LANUV für Düsseldorf, wonach wohl die Grenzwerte ohne Fahrverbote eingehalten werden können. Der Minister sprach sich vehement gegen die „Blaue Plakette“ aus. Sein Ziel ist es, den ganz normalen Flottenaustausch wieder herzustellen, denn dies sei letztlich der größte Beitrag zur CO2-Reduzierung.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Spedition + Logistik, Norbert Redemann aus Recklinghausen, ging zuvor in seinem gewerbepolitischen Bericht vor Allem auf aktuelle bundespolitische Themen ein. Vor dem Hintergrund, dass der Handlungsdruck gerade im Verkehrssektor und in der Branche insgesamt hoch ist, bemängelte er, dass es immer noch keine neue Bundesregierung gibt. „Bundestag und geschäftsführende Bundesregierung dürfen das Scheitern der Sondierungsgespräche jetzt nicht als Argument für eine mögliche Handlungsunfähigkeit in der Verkehrspolitik nutzen, da sind uns wir einig mit unserem Bundesverband DSLV“, so der Vorsitzende. Seiner Meinung nach wäre es verheerend, wenn bereits begonnene Projekte wie die Bundesfernstraßengesellschaft, die Planungsbeschleunigung und der Masterplan Schienengüterverkehr in den momentanen politischen Wirrungen um neue Koalitionen versanden. Die zügige Errichtung einer zukunftsweisenden digitalen Infrastruktur in Deutschland, wie auch die dringend benötigte Klarheit über emissionsfreie Kraftstoffe und Antriebsformen zählte er weiter als wichtige Themen auf. Für die Umsetzung sämtlicher Maßnahmen bedarf es auch haushaltspolitischer Klarheit, die jetzt durch den Hauptausschuss im Bundestag und durch einen Nachtragshaushalt abgesichert werden könnten. Redemann berichtete von einem gemeinsamen Papier der vier Verbände AMÖ, BGL, BWVL und DSLV an die künftigen, eine Bundesregierung tragenden Koalitionsfraktionen. In diesem Papier wurden insbesondere eine Stärkung des Logistikstandortes Deutschland, eine Attraktiverung des Berufsbildes Berufskraftfahrer, eine Sicherstellung der Kostenwahrheit bei der Maut durch echte Finanzierungskreisläufe europaweit, der Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie eine Erhöhung der Sicherheit in der Logistik gefordert.

Der Fachkräftemangel beunruhigt die Mitglieder des VVWL nun schon seit längerem. Derzeit fehlen der Logistikbranche allein in Deutschland bis zu 45.000 Fahrzeugführer, mit schnell steigender Tendenz. Betroffen von dieser Entwicklung sind der Stückgut-, der Teilladungs- und der Ladungsmarkt. Die See- und die Luftfracht spüren ebenfalls Auswirkungen, weil im Vor- und Nachlauf zu und von den See- und Flughäfen auch immer wieder Kapazitäten in Folge des Fahrermangels fehlen. Zwar ziehen die Löhne an, doch daraus generiert sich auf dem Arbeitsmarkt kein direkt zusätzliches Arbeitskräfteangebot. Redemann berichtete in diesem Zusammenhang von den Anstrengungen des Verbandes und des Bildungswerkes Verkehr Wirtschaft Logistik NRW bei Umschulungen von Arbeitssuchenden und in diversen Projekten. Er merkte aber auch an: „ Fahrer „schnitzen“ können aber auch wir nicht. Trotz aller Erschwernisse bleibt den Unternehmen keine Wahl: Die Ausbildung ist zu intensivieren, das Berufsbild attraktiver zu gestalten.“ Die Ausweitung der Autobahnmaut auf alle Bundesstraßen hat direkte Kosteneffekte für den Lkw-Transport in allen Leistungssegmenten. Der Vorsitzende empfahl daher, dieses Thema in die Preisverhandlungen für 2018 Kunden mit aufzunehmen.

Jürgen Zantis aus Alsdorf bezeichnete in seinem gewerbepolitischen Bericht als Vorsitzender des Landesverbandes Möbelspedition und Logistik das Jahr 2017 als ein Jahr mit Hochkonjunktur und Kapazitätsmangel, insbesondere beim Personal. Dies führte im abgelaufenen Jahr zu Kostensteigerungen für die Umzugs- und Möbelspedition. In der Diskussion um NO2-Emissionen und Dieselfahrverbote in den Innenstädten hat sich der VVWL gegenüber der Landesregierung NRW und CDU/SPD/FDP im Landtag massiv eingesetzt mit dem Ergebnis, dass es jeweils keine Priorisierung von Dieselfahrverboten für den Wirtschaftsverkehr geben soll. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig in diesem Thema wird jedoch erst im Frühjahr 2018 erwartet.

Auch im Möbelhandel konnte Zantis von einem weiteren Umsatzwachstum in 2017 berichten, der insbesondere durch den Online- und Versandhandel begründet ist. Jedoch sorgen das hohe Aufkommen und Nachfrageverhalten im Handel und beim Endverbraucher sowie Kapazitätsengpässe und Fachkräftemangel für große Probleme in den betrieblichen Abläufen und bringen deutliche Kostensteigerungen.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung haben die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) und die Gewerbeaufsichtsämter erweiterte Prüfkompetenzen erhalten. Zudem ist eine „Task Force“ bei der Generaldirektion Zoll in Köln mit Beteiligung der Bundesverbände und einem Meldesystem für zu verfolgende Verstöße in Vorbereitung. In der Bekämpfung von illegalen Tätigkeiten als Umzugsunternehmen ist der nordrhein-westfälische Verband weiter sehr aktiv und hat sich an diversen öffentlichen Berichterstattungen in den Medien beteiligt. Weiter berichtete der Vorsitzende von Werkstattgesprächen im Arbeitsministerium NRW zum Vergabeverfahren durch die öffentliche Hand, an denen der VVWL mit öffentlichen Institutionen und anderen Branchen teilgenommen und seine Forderungen platziert hat.

Im AMÖ-Fachausschuss für Technik, Umwelt und Rationalisierung wurde ein Kartonstandard mit dem Siegel „Umzugstechnik für Profis“ erarbeitet, der höchsten gewerblichen Ansprüchen gerecht wird. Zudem wurde auf der Messe „MöLo“ erstmals die vom Ausschuss entwickelte Mindestausstattung für einen Werkzeugsatz für den Umzugsmitarbeiter, der „AMÖ Toolbag“ der Firma Würth, präsentiert. Konzeptionell abgeschlossen sind die Arbeiten an einem Standard-Wechselkoffer für Möbelspediteure, entwickelt zusammen mit der Firma Krone.

Die Erfa-Gruppe zum Berufsbild „FMKU“ des Landesverbandes Möbelspedition und Logistik NRW arbeitet mit interessierten Unternehmen und über NRW hinaus seit einigen Monaten intensiv in zwei Arbeitsgruppen an der Erarbeitung einer Muster-Ausbildungsordnung für den Meister FMKU. Hier wird sehr praxisnah und mit hohem Engagement gearbeitet. So kann ein weiterer Schritt zur Attraktivitätssteigerung unseres Berufsbildes getan werden.

An der Abgrenzungskampagne der AMÖ haben sich für das kommende Jahr 271 Unternehmen aus NRW beteiligt, bundesweit nehmen 752 Unternehmen an der Zertifizierung teil. Zantis zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung, stellt sie doch einen neuen Rekord dar. Nach diesen interessanten Vorträgen luden die Landesverbände Spedition + Logistik sowie Möbelspedition und Logistik zum traditionellen Grünkohlessen in das Restaurant „Werlinger“ der Stadthalle Werl ein. Dort klang die wieder einmal sehr informative Veranstaltung langsam aus.

Unten finden Sie die Fotos in hochauflösendem Format zur freien Verwendung im Rahmen Ihrern Berichterstattung. Über eine Quellenangabe "VVWL NRW" würden wir uns sehr freuen.

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